Die Muscheltrompete, auf Sanskrit Shankha genannt, gehört zu den ältesten Klanginstrumenten der Welt. Sie wurde in hinduistischen, buddhistischen und indigenen Traditionen verwendet, von den Küsten Indiens bis zu den Hochebenen Tibets. Überall trägt ihr Klang die gleiche Botschaft: Etwas Bedeutungsvolles beginnt oder endet. Im tibetischen Buddhismus gehört die Shankha zu den Acht Glückssymbolen, dem Ashtamangala. Ihr Klang steht für die Verkündigung der Lehren des Buddha, weit tragend und unüberhörbar. In Klöstern wird sie geblasen, um Zeremonien einzuleiten.
Die Form ist von der Natur vorgegeben. Die Shankha ist eine echte Meeresschnecke, meist der Art Turbinella pyrum aus dem Indischen Ozean. Die meisten winden sich gegen den Uhrzeigersinn. Besonders geschätzt sind die seltenen, im Uhrzeigersinn gewundenen Dakshinavarti Shankha, die in der Tradition als besonders glückbringend gelten.
Die Muschel wird von tibetischen Kunsthandwerkern im Himalaya mit Beschlägen aus Silber oder Messing veredelt, oft graviert mit Mantras, Lotusblüten und Glückssymbolen, und erhält ein metallenes Mundstück. Da jede Muschel von Natur aus anders gewachsen ist und die Beschläge von Hand gearbeitet werden, gleicht keine Shankha der anderen. Eine Shankha zu besitzen bedeutet, ein Stück lebendige Geschichte in den Händen zu halten.